Die Halbinsel Balga

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Also entscheidet der Zugführer des Grenadierregiments, die Kisten nicht ins Reichsinnere zu bringen, sondern sie zwischenzulagern.

Er fährt zunächst einige Kilometer zurück Richtung Königsberg und biegt dann links ab Richtung Balga, der alten Festung.

Der berühmten Hohlweg über den man auf die Halbinsel Balga kommen kann. Hier entlang wurde das Bernsteinzimmer vermutlich auf

Lastwagen transportiert. (Mai 2011)

Dies war  vermutlich am 18. März 1944. An diesem Tag erlaubt Berlin die Evakuierung von Wehrmachtseinheiten aus dem Heiligenbeiler

Kessel. Also wollen die Soldaten diese Last schnell loswerden. Mag der eine oder andere vorher noch mit dem Gedanken geliebäugelt haben,

mal in diese geheimnisvollen Kosten zu schauen und vielleicht seinen Tornister zu füllen – von diesem Tag an weiß jeder aus dieser

abgekämpften Armee: Jetzt geht es nur noch um’s nackte Überleben. Hastig verstecken sie die Kisten. 

Ein gewisse Wahrscheinlichkeit liegt hier, vor Balga links ab zu den Fischerhütten, bevor es den Steilhang hinuntergeht in den Sanddünen.

Vielleicht gab es dort den gesuchten Bunker:B3, auf dessen Zwischendeck die Kisten eingelagert und der Eingang verdeckt wurde. Ob es

da einen Bunker gab, müsste herauszufinden sein. Gute Fotos aus der fraglichen Zeit und weitere Informationen über Balga gibts auf der Seite www.balga.de

Aus der gleichen Perspektive ein Foto und ein Kartenausschnitt. Vorne an die Burgruinen, Blickrichtung Süden

und heute?

 

Noch ein gutes Bild der Fischerhütten von 1938 aus www.balga.de oberhalb der Hütten im Sand vermuten wir das Versteck.

Zwei Tage nach dem Evakuierungsbefehl fällt Braunsberg (heute an der polnisch-russischen Grenze), am 24. März wird, das völlig zerstörte

Heiligenbeil  von der Roten Armee erobert, schon am 26. März beginnen die Kämpfe um Balga. Die Sowjets rollen die Front hier von Westen

her auf. Soldaten, die einen Auftrag zu erledigen und danach den Befehl zur Flucht haben, werden, um Zeit zu gewinnen, so weit weg von der

Front wie möglich ihren Job tun.

Die Evakuierung der Bewohner der Küstendörfer von Follendorf über Balga bis Kahlholz war abgeschlossen, als das Haff zu tauen begann –

also schon Ende Februar. Die Häuser – heute nur noch Ruinen und darunter ihre Keller – standen also Anfang März schon leer. Es könnte

Balga gewesen sein, wahrscheinlich aber war es Kahlholz – oder das Gut Kahlholz südlich des Hauptdorfes - , wo die Kisten hingebracht

wurden.

Dorfplan, erstellt von Anita Ohnesorg, Alfred Unruh und Hugo Kuhr, Quelle unbek.)

Jetzige Hauptallee rechte Hand lagen 24 Kohn und 25 Heske und Schmidt

Danach machten die Landser das, was alle diese armen Hunde der einst stolzen 4. Armee gemacht haben: Sie haben aus allem, was geeignet

schien, Flöße gebaut, um damit über das Haff auf die Nehrung zu kommen.

Die Wagen dienten als Anlegestelle im frischen Haff (Autor unbek. 1945)

Ihnen erging es vermutlich so wie den meisten von denen, die bis zum 29. März versuchten, diesen Fluchtweg zu finden: Wie im Manöver

wurden sie abgeschossen von der russischen Artillerie und den russischen Fliegern, die im Morgengrauen Floß für Floß auf den Grund des

Haffs schickten.

Heute noch finden wir überall an den Stränden des Haffs die schockierenden Überbleibsel dieser Menschen.

Fred Filius, Mamonowo, Ostermontag 2011

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